ZUSTÄNDE

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ZUSTÄNDE - wie die Aare den Jura malt

Prototyp, 30 x 20 cm, Tusche (ausgewaschen durch den Fluss) und Algen auf Nessel, 2022

Die Aare als längster Fluss der Schweiz entspringt im Aaregletscher, fließt durch Bern, wo sie durch eine weitere Quelle gespeist wird, und mündet schließlich im Rhein. 

Während meines viermonatigen Aufenthaltes als Artist in Residency in Solothurn habe ich mich intensiv mit der Aare und den Wasservorkommnissen in der parallel verlaufenden Jurakette forschend ästhetisch beschäftigt. Einst war das Schweizer Mittelland Teil eines Gletschers, der sich jedoch nun zurückgebildet hat. Durch natürliche Erosions- und Schmelzprozesse formte sich der Jura so, wie nun auch die Aare die Landschaft in der Schweiz gestaltet und auch sogar in ihren domestizierten Abschnitten zum Beispiel sogar das Stadtbild prägt. 

Ich nutze über den Zeitraum von Januar bis Anfang Mai das Element des Wassers in seinen unterschiedlichen Zuständen für meine künstlerische Arbeit. Dabei beobachtete ich unterschiedliche Phänomene, die ich versucht habe, visuell festzuhalten. Der konzeptuell wichtigste Teil meiner Arbeit macht jedoch die Natur selbst nutzbar für Bildentstehungsprozesse. Die Spuren von Wasser hielt ich fest, indem ich beispielsweise Leinwände in Intervallen über drei Monate hinweg in die Aare hing, damit sie diese “bemalt”. Eine andere Werkserie stellt den Versuch dar, die sechs “Eissorten” des Juras mithilfe von der lichtbasierten Siebdrucktechnik optisch festzuhalten, während sie bereits schmelzen. Es entstehen amorphe Flächenformen und Konturlinien, die auf durchsichtigem Plexiglas geschichtet wie das Eis bei der Entstehung von Lawinen, trotz der zweidimensionalen Technik nun in der Präsentationsform an Körperillusion gewinnen. Es können Analogien zu Eindrücken von Wolken, die Schatten auf weite Landschaften werfen, gezogen werden. 

Die Ausstellung and in der Galerie Löiegruebe statt und wurde kuratiert von Daniel Eymann.

Ausstellungsdauer: 08.-29.04.2023